Ihr OB

Für welche Ziele stehe ich, wo sehe ich die Themenschwerpunkte für Weinstadt. Mir ist es wichtig, Ihnen anhand nachfolgender Ausführungen einen Eindruck darüber zu verschaffen, was Sie von einem Oberbürgermeister Scharmann erwarten dürfen.

Darüber hinaus freue ich mich, die vielen weiteren Themen - die eine komplexe Stadt wie Weinstadt bewegen - mit Ihnen im Dialog zu besprechen und Ihnen meine Positionen dazu zu erläutern. Von Zeit zu Zeit werde ich weitere Punkte hier auf der Internetseite aufgreifen und Stellung dazu nehmen. Ich freue mich auf tolle Gespräche.

Die Stadtverwaltung - ein Dienstleister mit Wertschätzung

Wertschätzung gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern, den Vereinen und Institutionen, den Beteiligten aus Handel und Gewerbe und nicht zuletzt gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sind für mich Grundlage meines Handelns.

Gemeinsame Potentiale zu fördern und zu nutzen ist mir dabei ebenso wichtig, wie die Erfahrungen Dritter in Entscheidungsprozesse einzubinden.

Ich stehe für einen kooperativen Führungsstil und unterstütze eigenverantwortliches Arbeiten. Wichtig dabei ist mir jedoch, angestrebte Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und bei Bedarf, entsprechend zu regulieren.

Ebenfalls erwarte ich Einsatzbereitschaft und ein hohes Maß an Engagement.

Gemeinsam können wir viel erreichen.

Transparenz, Bürgernähe, Kommunikation

Mir ist es sehr wichtig, Verwaltungsabläufe, Pläne, Ziele und Visionen transparenter zu gestalten.

Die Bürgerinnen und Bürger müssen bei grundlegenden Themen bereits in der Phase der Entscheidungsfindung eingebunden werden. Dadurch entsteht eine Kultur der echten Bürgerbeteiligung.

So halte ich Stadteilkonferenzen für ebenso wichtig wie gemeinsame Stadtteilbegehungen. Ohne Zwang, ohne die Hürde, an einem Mikrofon vor vielen Zuhörern Fragen zu stellen, möchte ich mich regelmäßig mit Ihnen austauschen.

Bei Bürgerbeteiligungen und Workshops müssen Rahmenbedingungen bereits im Vorfeld, gemeinsam mit dem Gemeinderat, genau festgelegt werden. Regelmäßig  entstehen in solchen Veranstaltungen viele gute Ideen und Beiträge. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Umsetzung dieser Ideen zu prüfen und zu begleiten. Denn nur wenn es einen echten Austausch zu den Bürgeranliegen gibt entsteht weitere Motivation sich einzubringen, selbst wenn mal eine Idee nicht direkt umgesetzt werden kann. Sie haben Anspruch auf eine offene und begründete Antwort.

Ebenfalls würde ich mich dafür einsetzen, dass die Berichterstattung in den verschiedensten Medien ausgebaut wird. Dies ist eine gute Investition in die so wichtige Außendarstellung von Weinstadt als attraktivem Wohn- und Unternehmensstandort. Als Stichworte seien die regionale Presse und ein moderner Internetauftritt mit einer starken Marke "Weinstadt" genannt.

Wirtschaftsförderung

Eine der vordringlichsten Aufgaben einer Stadtverwaltung und somit des Oberbürgermeisters besteht in der Sicherung langfristig funktionsfähiger Finanzen und der Garantie einer hohen Wohn- und Lebensqualität. Neben der Einkommenssteuer sind die Gewerbesteuern die größte Einnahmequelle einer Stadt. Diese werden durch unsere ansässigen Unternehmen entrichtet. In herausfordernden Zeiten reicht das Wachstum der ansässigen Unternehmen jedoch nicht aus um die stetig steigenden Kosten zu decken. Deshalb ist es von enormer Bedeutung die bereits hier ansässigen Unternehmen mit ihren Anliegen zu kennen und im Dialog für eine stabile Firmen- und somit Einnahmestruktur zu sorgen ohne ständig den Gewerbesteuersatz erhöhen zu müssen oder Umsiedlungen weg aus Weinstadt zu riskieren.

Darüber hinaus gilt es durch einen konsequenten Außenauftritt und ein professionelles Marketingkonzept die Ansiedlung weiterer Unternehmen zu fördern. Als Stadt mit weit überdurchschnittlicher Wohn- und Lebensqualität inmitten einer der stärksten und innovativsten Wirtschaftsregionen Deutschlands kann Weinstadt hierbei mit echten Argumenten punkten. Eine Positionierung als Denk- und Innovationsregion bietet zukunftsfähigen Unternehmen eine erstklassige Infrastruktur und die Möglichkeit hervorragend ausgebildete Mitarbeiter in der Region zu halten oder von einem Umzug nach Weinstadt zu überzeugen.

Was kann die Stadt dazu beitragen?

Zunächst muss den potenziellen Unternehmen die herausragende Struktur in Weinstadt bekannt sein. Dies wird durch die Entwicklung einer eigenen Marke "Weinstadt" erreicht. Ohne einem kreativen Findungsprozess vorgreifen zu wollen sehe ich einen Slogan wie "Weinstadt - Innovation trifft Tradition" als eine grundlegende Basis für dieses Vorhaben. Die Kontaktherstellung zu den Unternehmen findet durch ein offenes Angebot und ein gutes regionales Netzwerk zu umliegenden Kommunen und in die Unternehmerschaft statt. Dies ist Aufgabe des Referats Wirtschaftsförderung mit hoher persönlicher Identifikation durch den Oberbürgermeister, der sich im Sinne einer Schirmherrschaft unterstützend einbringt.

Den entscheidenden Vorteil im Wettbewerb um Unternehmensansiedlungen erzielt man jedoch nur mit den entsprechenden Flächenangeboten. Hier muss die Stadt in enger Abstimmung mit dem Gemeinderat vorausschauend und flexibel reagieren.

Der Vorteil für Weinstadt besteht in der Stabilisierung oder Erhöhung der Einnahmesituation durch wenig beeinträchtigende Ansiedlungen im Vergleich zu industriellen Unternehmen mit Schwerlastbetrieb und/oder emissionsstarken Produktionen. Und nicht zuletzt wird die Kaufkraft durch den Zuzug weiterer Arbeitnehmer oder durch Einpendler gestärkt, was insbesondere unserem so wichtigen Handel zu Gute kommt.

Wir haben Top-Voraussetzungen! Lassen Sie uns diese gemeinsam nutzen.

Haushaltskonsolidierung

Das Geld ist knapp, die Schulden steigen. Diese Tatsache trifft nicht nur auf Weinstadt zu. In finanziell schlechten Zeiten sollten wir deshalb damit beginnen, unser Anspruchsdenken anzupassen. Benötigen wir immer „Prachtbauten“ oder die beste und bequemste Lösung. Geht es nicht häufiger auch eine Nummer kleiner? Wir dürfen uns auf keinen Fall „kaputtsparen“, jedoch sollten wir uns immer Gedanken machen, ob es eventuell eine kostengünstigere, ähnlich gute, Alternative gibt.

Neben den hohen laufenden Kosten machen uns natürlich auch notwendige Investitionen das Leben schwer.

Unter dem Motto „quadratisch, praktisch, gut“, setze ich mich deshalb künftig dafür ein, öffentliche Gebäude mit einfacheren Baukörpern zu gestalten, welche nicht nur in der Errichtung sondern auch im Unterhalt viel günstiger zu Buche schlagen.

Bei Projekten muss darüber hinaus viel mehr auf ein sauberes Controlling geachtet werden. Kostenexplosionen zwischen erster Kostenschätzung und den im Bauverlauf tatsächlich entstehenden Kosten müssen ausgeschlossen werden. Ebenso, wie jeder Privathaushalt seine Kosten kalkulieren und einhalten muss.

Weiterhin müssen alternative Finanzierungsformen geprüft werden, um Investitionen schonend für den städtischen Haushalt abwickeln zu können. Positive Beispiele in anderen Städten können hier Wege aufzeigen, die ein "Lernen von Erfolgen Dritter" durch ein gutes Netzwerk ermöglichen.

Ortskernentwicklung

Die Ortskerne und die Infrastruktur in den einzelnen Ortsteilen spielen für das kulturelle Leben eine entscheidende Rolle.

Es ist mir deshalb sehr wichtig, die Ortskerne zu stärken. Beispielhaft kann ich hier die Bebauung des Bleistiftareals in Beutelsbach oder die Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Strümpfelbacher Straße in Endersbach nennen. Ebenfalls unverzichtbar sind die für die Ortsteile identitätsstiftenden Einrichtungen wie Sport- und Festhallen.

Aus Kostengründen wäre es sicherlich sinnvoll, möglichst viele Einrichtungen zu zentralisieren, jedoch sind es gerade diese Einrichtungen, die den Zusammenhalt in den Ortsteilen stärken und für das Vereins- und Gemeinschaftsleben sehr wichtig sind.

Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die so wichtigen Ortsmitten und identitätsstiftenden Plätze in jedem Ortsteil zu erhalten.

Kinderbetreuung, Bildung, Jugend, Demographischer Wandel und Integration

Weinstadt verfügt im Bereich der Kinderbetreuung und Bildung über hervorragende Einrichtungen und bestens ausgebildetes Personal. Von Kindergärten, über Kindertagesstätten, Regel-Grundschulen, Ganztagsgrundschulen, Kernzeitbetreuung, Förderschule, Gemeinschaftsschule, Realschule und Gymnasium sowie Volkshochschule, Musikschule und Kunstschule gibt es eine Vielzahl an entsprechenden Angeboten.

Dass die Bereitstellung dieser Angebote und Leistungen sehr kostenintensiv ist, erklärt sich von selbst. Denn es sind gerade auch die laufenden Kosten der Kleinkindbetreuung, die den Haushalt der Stadt Weinstadt in Schieflage bringen. Eine Anpassung der Gebühren entsprechend den erweiterten Angeboten wird deshalb auch in Zukunft nicht ausbleiben können. Wichtig für mich sind jedoch  planbare, nachvollziehbare Gebührenentwicklungen mit Augenmaß.

Im Bereich der Jugendarbeit sind wir durch unseren Jugendgemeinderat, dem Haus der Jugendarbeit und der Sozialraumkonferenz bereits gut aufgestellt. In diesem Zusammenhang ist es mir jedoch ein Anliegen, den Jugendlichen Plätze zur Verfügung zu stellen, um sich „ungestört“ treffen zu können. Unter dem Motto „Vertrauen schenken – Verantwortung übernehmen“ können solche Plätze in Eigenregie von Jugendlichen genutzt und gepflegt werden.

Der demographische Wandel macht auch vor Weinstadt keinen Halt. Im engen Kontakt mit dem Stadtseniorenrat, den entsprechenden Institutionen und den vielen ehrenamtlichen Helfern werde ich diese Entwicklung begleiten und auch hier geeignete Angebote schaffen. Ein hohes Augenmerk werde ich dabei auf das Thema Barrierefreiheit richten. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sollen in Weinstadt gute Voraussetzungen vorfinden um auch weiterhin am generationenübergreifenden Vereins- und Gesellschaftsleben mit Freude teilnehmen zu können.

Das Thema Integration wird uns in den nächsten Jahren stark beschäftigen. Weinstadt kann sich glücklich schätzen, mit dem Freundeskreis Asyl über ein riesiges Netzwerk an ehrenamtlichen Helfern zu verfügen. Diese Leistung kann nicht hoch genug anerkannt werden. Aber auch die Stadt selbst hat viele Aufgaben zu lösen. Neben der Anschlussunterbringung, der Bereitstellung von Kindergarten- und Schulplätzen, muss es unsere große Anstrengung sein, die neuen Einwohner in unser Vereins- und Kulturleben zu integrieren. Es wäre deshalb mein Wunsch und Appell an Sie, z.B. leerstehenden Wohnraum an die Stadt Weinstadt zu vermieten, um eine dezentrale Anschlussunterbringung zu ermöglichen und somit einen wichtigen Grundstein für gute Integration zu legen.